Ihre Rechte als Zeugin oder Zeuge in einem Ermittlungs- oder Strafverfahren

Relativ häufig geschieht es, daß Menschen in eine Situation geraten, in der sie zu Zeugen eines bestimmten Geschehens werden. Diese Zeugenstellung führt häufig zu Verunsicherung, mitunter sogar zu Ängsten.Zeugenschaftliche Vernehmungen können durch die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder das Gericht erfolgen.

Als Zeugin/Zeuge in einem Ermittlungsverfahren unterliegen Sie grundsätzlich der Wahrheitspflicht.

Sollten Sie in einem nahen Verwandtschaftsverhältnis zu dem oder der Beschuldigten stehen, haben Sie das Recht, sämtliche Angaben mit Ausnahme Ihrer Personalien sowie Angaben zum Grad des Verwandtschaftsverhältnisses zu verweigern. Eine solche Verweigerung müssen Sie weder begründen, noch rechtfertigen; die Mitteilung, sich zum Sachverhalt nicht äußern zu wollen, reicht aus.

Sollten Sie als Zeuge in einem gegen einen nahen Angehörigen gerichteten Ermittlungsverfahren vernommen werden, empfiehlt sich stets die Kontaktaufnahme mit dem Verteidiger des Beschuldigten oder einem anderen Fachanwalt für Strafrecht!

Mit dem Gesetz zur „effektiveren Ausgestaltung des Strafverfahrens“  BGBl.S.3202 sind zum 23.8.2017  maßgebliche Änderungen betreffend die Rechte und Pflichten eines Zeugen eingetreten. Nach § 163 Abs 3 StPO sind Zeugen nunmehr verpflichtet, auf Ladung vor Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft jedenfalls dann zu erscheinen und auszusagen, wenn der Ladung ein Antrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt.

Diese entscheidende Änderung in der Rolle des Zeugen gebietet es , vor der Vernehmung einen Fachanwalt für Strafrecht zu kontaktieren und im Zweifelsfall in dessen Begleitung zur Vernehmung zu gehen.

Auch als Zeuge haben Sie das Recht, sich jederzeit eines Rechtsbeistandes zu bedienen!

Fachanwälte für Strafrecht können Sie umfassend über Ihre Stellung in dem jeweiligen Verfahren, ihre Rechte und Pflichten, insbesondere auch Zeugnis- oder Auskunftsverweigerungsrechte, informieren.