Wie verhalte ich mich im Falle einer Festnahme?

Sollte Ihnen gegenüber die vorläufige Festnahme ausgesprochen werden oder liegt bereits ein Haftbefehl vor, aufgrund dessen Sie festgenommen werden, so sollten Sie sich ohne Rücksprache mit Ihrem Verteidiger unter keinen Umständen äußern.
Sich nicht zu äußern, bedeutet nicht etwa, einen Vorwurf zurück zu weisen, Erklärungen für bestimmte Verhaltensweisen anzubieten oder auf mögliche Alibizeugen zu verweisen, sondern es bedeutet wörtlich, wirklich außer Ihren Personalien, zu deren Angabe Sie verpflichtet sind, keinerlei Angaben zu machen, welcher Art auch immer. Die bloße Verweigerung von Unterschriften unter Protokolle reicht nicht aus, ausschließlich die vollständige Verweigerung von Angaben schützt Sie vor den u.U. fatalen Konsequenzen einer Aussage. Alles, was Sie gegenüber Polizeibeamten, Staatsanwälten oder Richtern sagen, kann als Beweismittel gegen Sie verwendet werden, auch wenn Sie sich nicht im Rahmen einer Vernehmung, sondern „nur“ im Rahmen eines Gespräches äußern. Seien Sie sicher, daß wirklich jede Ihrer Äußerungen Eingang in die Ermittlungsakten findet!Sodann sollten Sie umgehend danach verlangen, Kontakt zu einem Strafverteidiger zu erhalten. Entweder kontaktieren Sie diesen persönlich oder Sie lassen Ihre Familie mit der Bitte um Beaufragung eines Verteidigers benachrichtigen.

Ohne Rücksprache mit einem Verteidiger sollten Sie auch keine Rechtsmittel gegen einen eventuellen Haftbefehl einlegen.
Im Falle einer Inhaftierung ist es von größter Bedeutung, zuerst den Inhalt der Ermittlungsakten zu kennen und mit dem Mandanten zu erörtern, bevor sich zur Sache, zur Frage des Tatverdachts oder zur vermeintlichen Qualität der Beweismittel geäußert wird.