Was tun als Betroffener eines Ermittlungsverfahrens?

Erhe­blich schw­er­wiegen­der ist der Beratungs­be­darf, wenn man selb­st Betrof­fen­er eines Ermit­tlungsver­fahrens ist und mit möglicher­weise erhe­blichen Vor­wür­fen kon­fron­tiert wird.
Durch zahlre­iche Geset­zesver­schär­fun­gen der ver­gan­genen Jahre kann es leicht passieren, daß man Betrof­fen­er etwa ein­er Durch­suchung, ein­er Tele­fonüberwachungs­maß­nahme oder ein­er Obser­va­tion wird.Manchmal bah­nt sich ein dro­hen­des Ermit­tlungsver­fahren über einen län­geren Zeitraum an. Dann ist es rat­sam, zum früh­est­möglichen Zeit­punkt den Rat des Strafvertei­di­gers einzu­holen. Hier­durch kann es gelin­gen, beson­ders ein­schnei­dende Maß­nah­men wie eine Inhaftierung durch frühzeit­iges und gezieltes Han­deln zu ver­mei­den.

Grund­sät­zlich gilt, daß der Beschuldigte bei Kon­fronta­tion mit einem Vor­wurf ohne vorherige fachan­waltliche Beratung kein­er­lei Stel­lung­nah­men abgeben sollte. Dies schließt Angaben zu eventuellen Kon­tak­ten zu möglichen weit­eren Betrof­fe­nen, famil­iären oder finanziellen Schwierigkeit­en, geplanten oder erwo­ge­nen Wech­seln des Aufen­thalt­sortes ein. Schon oft haben unbe­darfte Äußerun­gen in diesen Bere­ichen unverse­hens zu Inhaftierun­gen geführt, bevor hier — meist mit viel Mühe — eine Klärung mit ein­er Haf­tent­las­sung her­beige­führt wer­den kon­nte!

Im Falle von Durch­suchun­gen gilt es, Ruhe zu bewahren!

Auch hier soll­ten Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen.

Rat­sam ist es, bere­its zur Durch­suchung einen Strafvertei­di­ger hinzuzuziehen. Dieser kann dann im Gespräch mit Ihnen sowie im Gespräch mit den die Durch­suchung vornehmenden Beamten entschei­den, ob und ggf. im welchem Umfang Gegen­stände oder Unter­la­gen frei­willig her­aus­gegeben wer­den kön­nen.
Auch kann und sollte in diesem Rah­men darauf geachtet wer­den, daß beschlagnahmte Unter­la­gen noch vor der Durch­sicht durch die Ermit­tlungs­be­hör­den ver­siegelt wer­den, um auf diese Weise vor Durch­sicht der Unter­la­gen durch die Ermit­tlungs­be­hör­den die Recht­mäßigkeit der Durch­suchungs­maß­nahme gerichtlich klären zu lassen.

Die Durch­suchung ver­wehren zu wollen, ist demge­genüber zweck­los.

Bei Durch­suchung von Fir­men­räu­men soll­ten Sie Mitar­beit­er anweisen, gegenüber den durch­suchen­den Beamten jed­wede Auskun­ft zu ver­weigern!

Lassen Sie sich Durch­suchungs­beschlüsse — soweit vorhan­den — sowie im jedem Falle die Durch­suchung­spro­tokolle aushändi­gen. Acht­en Sie darauf, daß sämtliche Gegen­stände und Unter­la­gen, die seit­ens der Ermit­tlungs­be­hör­den sichergestellt wur­den, in diesem Pro­tokoll aufge­führt sind.